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31.03.2015 - Lenkungsgruppe sieht erste Erfolge

Quartiersmanagement

Lenkungsgruppe sieht erste Erfolge für die Innenstadt

Das Quartiersmanagement für die Wittmunder Innenstadt kann nach Ansicht der Lenkungsgruppe und der Stadtverwaltung erste Erfolge vorweisen. Die Aufenthaltsqualität im „Pudding“ habe sich im ersten Jahr der Arbeit deutlich verbessert, zogen Bürgermeister Rolf Claußen sowie die Lenkungsgruppen-Mitglieder Birgit Becker (Ortsvorsteherin), Andreas Twickler (Einzelhandel), Frank Happe (Wirtschaftsförderkreis) sowie Christian Menssen (Stadt Wittmund) eine erste Bilanz.

Durch Pflanzaktionen, neue Sitzgelegenheiten, optische Verbesserungen, vor allem aber durch neue, attraktive gastronomische Angebote habe sich die Fußgängerzone nach vorne entwickelt. „Insgesamt wurde in großen Teilen die städtebauliche Zentralfunktion wieder hergestellt“, resümiert Rolf Claußen. Er lobte die ehrenamtliche Mitarbeit in der Lenkungs- und in den Arbeitsgruppen. Auch die Bevölkerung habe sich aktiv eingebracht. „Man merkt – den Menschen liegt viel an ihrer Stadt“, so Becker.

Ja, es war eine ungewöhnliche Idee, den Wochenmarkt vom Marktplatz in die Innenstadt zu verlegen. „Aber wir müssen auch den Mut haben, Neues und Ungewöhnliches anzuschieben“, sagt Wittmunds Ortsvorsteherin Birgit Becker, zugleich Mitglied in der Lenkungsgruppe zum Quartiersmanagement für die Innenstadt. Die Diskussion über den Wochenmarkt, die Reaktionen auf eine mögliche Verlegung hätten gezeigt, dass den Wittmundern ihre Stadt alles andere als egal ist.

Das ist deutlich zu spüren in den Sitzungen, auch in den sozialen Medien und auf der Internet-Seite der Stadt: Gemeinsam möchte man den „Pudding“ voranbringen. Ausgangspunkt war die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dortmund. Eine Studentengruppe empfahl im Januar 2014, ein permanentes Quartiersmanagement einzurichten. Die Lenkungsgruppe, besetzt mit engagierten und ausdauernden Interessierten der Wittmunder Innenstadt, entwickeln seitdem immer wieder Ideen und Vorschläge.

Mehr Veranstaltungen

Erstes Ziel über allen: Die Menschen sollen gerne in die Fußgängerzone/Innenstadt kommen. Der Aufenthalt dort soll angenehm sein, er soll sich zudem lohnen, für Geschäftsleute und deren Kunden. Frank Happe vom Wirtschaftsförderkreis listete neben den bereits erfolgten Maßnahmen weitere Ideen auf. Hier stehen besondere Veranstaltungen wie ein Pflanzenmarkt, Musikfestivals oder Gourmet-Wein-Feste obenan. Leerstehende Geschäftsräume in der Innenstadt wolle man mit „Aktionen füllen“, so Happe. Ab 2016 werde man die ersten dieser Ideen umsetzen.

Ein Thema, mit dem sich die Geschäftswelt zunehmend beschäftigen müsse, sei die Verschmelzung von stationärem und Internet-Handel. Dazu hat es schon Fachvorträge gegeben, weitere Veranstaltungen werden folgen.

Attraktives Wohnen

Ortsvorsteherin Birgit Becker teilte mit, dass man zurzeit an einer Prioritätenliste arbeite. „Es gibt weitere gute Ideen. Vielen Befragten fehlt es in der Innenstadt an schönen Plätzen.“ Hier denke man über Möglichkeiten im Bereich der Flohmarktscheune oder dem bald öffnenden Zeppelin-Museums nach. Mehr Spielgeräte für Kinder seien auch gewünscht. Für Bürgermeister Rolf Claußen ist zudem wichtig, dass die Innenstadt auch wieder stärker als schönes Wohnquartier wahrgenommen und genutzt wird. „Daran arbeiten wir, auch wenn nicht alles schnell umgesetzt werden kann.“ So müsse es künftig auch möglich sein, Erdgeschosse früherer Geschäftsgebäude in der Norderstraße zu Wohnungen umzubauen, meinte Christian Menssen von der Stadt.

Nicht alles klappt

„Dass Vorhaben aber auch frühzeitig scheitern, gehört dabei leider auch dazu“, ging Bürgermeister Claußen noch auf die gescheiterte Umfrage zum Thema Wochenmarkt ein. Bei diesem Thema seien schnell die Gemüter hochgekocht. Leider habe es auch in den Reihen der Stadtverwaltung bei diesem Punkt eine „mangelnde Kommunikation“ gegeben. Eine Meinungsumfrage zu einem kontroversen Thema gehöre in einer Demokratie dazu und müsse unterstützt werden, so der Bürgermeister.

Von solchen Vorkommnissen werde man sich nicht entmutigen lassen, betonten Becker und Andreas Twickler für den Einzelhandel. „Wir spüren insgesamt, dass durch diese Arbeit das Miteinander in der Stadt besser geworden ist – die Bürger fühlen sich ernstgenommen. Die Wittmunder müssen hinter ihrer Stadt stehen, das ist das A und O“, so Birgit Becker.

Text: Anzeiger für Harlingerland