anmelden      
04.02.2014 - Neujahrsempfang in Barleben

Bürgermeister Rolf Claußen beim Neujahrsempfang der Partnergemeinde Barleben

Zum traditionellen Neujahrsempfang lud Wittmunds Partnergemeinde Barleben am dritten Sonnabend im Januar ein. Eine gute Gelegenheit für Bürgermeister Rolf Claußen, vor Ort eine Laudatio auf die vielfältigen Partnerschaftsbeziehungen zu halten. „Unsere Beziehung ist keine Alibiveranstaltung als Wende-Relikt, sondern eine gelebte Partnerschaft“, stellte Wittmunds Stadtoberhaupt vor den 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur in Barleben fest. „Wir Wittmunder sind stolz auf solche Partner und empfinden eine hohe Wertschätzung für die Barleber Entwicklung. Kurzum, wir sind längst aufrichtige Freunde.“

Rolf Claußen erinnerte an das nicht leichte Jahr 2013 für Wittmund, das das „katastrophalste und erfolgreichste Jahr“ seiner siebenjährigen Amtszeit gewesen sei. Noch nie – so Wittmunds Bürgermeister – wurde Wittmund von so zahlreichen Bränden, Ölkatastrophen und Sturmtiefs heimgesucht. Aus diesem Grund erinnerte Rolf Claußen daran, wie wichtig es sei, verlässliche Bürger wie die Kameraden der Feuerwehr an seiner Seite zu haben. Und er registrierte erfreut, dass es zu diesem wichtigen Thema der Kommunalpolitik in Barleben keine andere Auffassung gebe und lobte die Partnerschaft der Feuerwehren beider Orte.

Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff hatte in seiner Neujahrsansprache in Sachen Partnerschaft festgestellt: „Unsere vielfältigen Kontakte auf Vereins- und Verwaltungsebene entwickeln sich prächtig. Am Rande des Besuches von Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen und dem Barleben-Beauftragten Günter Hille haben wir die wichtigsten Termine für 2014 abgestimmt. Unsere Partnerschaft hat auch im neuen Jahr zahlreiche Höhepunkte.“ Er erinnerte in seinen Ausführungen auch an das zweite „Jahrhunderthochwasser“ nach 2002. „Dieses Hochwasser an Elbe und Saale ließ die dritten Ostfalentage als Barlebens Gewerbeschau fast untergehen. Geplant als großes Highlight für die gesamte Familie, wurde die Gewerbemesse blitzschnell auch zur Spendenakquise genutzt.“ Barlebens Bürgermeister dankte allen, die solidarisch mitgeholfen haben, auch wenn Barleben weitestgehend vom Hochwasser verschont blieb.

Franz-Ulrich Keindorff bilanzierte: „Für die Gemeinde Barleben war 2013 ein durchwachsenes Jahr. Kleine Missgeschicke blieben nicht aus, aber unsere größten Vorhaben haben wir entsprechend unseren Möglichkeiten umgesetzt – und dies, obwohl im vierten Quartal völlig unerwartet rund sechs Millionen Euro weniger Gewerbesteuer eingegangen sind. Wir haben es trotzdem geschafft, den Haushalt für 2013 ordentlich abzuschließen.“ Barlebens Gemeindeoberhaupt musste aber auch dies anführen: „Das Jahr 2014 beginnt mit einem Novum. Erstmals in meiner Amtszeit konnte der Haushalt nicht vor Beginn des Haushaltsjahres verabschiedet werden. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht daran, dass ich vor zwei Jahren an dieser Stelle darauf hingewiesen habe, dass die Folgen der europaweiten Wirtschafts- und Finanzkrise mit zeitlicher Verzögerung auch die Kommunen erreichen. Genau das ist jetzt eingetreten. Die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde mussten Ende 2013 nach unten korrigiert werden, in diesem Jahr ist die Situation anscheinend auch nicht günstiger für uns. Und das nicht nur in der Gemeinde Barleben.“

Es folgten auch moderatere Töne: „Es besteht jedoch kein Anlass zur Panik, aber wir müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten bleiben und einen gut durchdachten Haushaltsplan aufstellen und im März beschließen. Die Schwerpunkte, die dieses Jahr oben auf der Agenda der Gemeinde stehen, lauten kurz und bündig: Bildung, Kinder- und Familienfreundlichkeit sowie Wirtschaftsförderung. Das sind Aufgaben, die Priorität haben – und die alle miteinander zusammenhängen.“

 Text: Anzeiger für Harlingerland