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Neue Stadtjugendpflegerin

„Das Jugendzentrum ist unsere kleine Welt“

Seit Januar ist Alexandra Schmidt neue Stadtjugendpflegerin

„Ich habe die Ausbildung nur gemacht, weil es immer mein größter Wunsch war, für das Wittmunder Jugendzentrum zu arbeiten“, sagt Alexandra Schmidt. Und so folgte sie dem Werbespruch der Einrichtungen: „Mach die Dinge, an die du dich später erinnerst – im Jugendzentrum (JuZ)“. Die gebürtige Wittmunderin kennt das JuZ wie ihre Westentasche. Als es im März 1986 eröffnet wurde, war sie selbst als Besucherin dort, nun hat die 48-Jährige zum 1. Januar den Posten der Stadtjugendpflegerin und damit die Leitung der Einrichtung übernommen.

„Das klappt alles so reibungslos, weil Madelene und ich auch voll auf einer Wellenlänge sind“, sagt die ausgebildete Erzieherin, die erst nach der Schule Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt gelernt hat. Ihr zur Seite als Stellvertreterin steht nämlich die 28-jährige Madelene Kahmann, die seit 2001 im JuZ arbeitet.

„Ich fand es hier immer toll“, sagt Alexandra Schmidt. Und ihre Begeisterung lässt nicht nach, wenngleich die Arbeit doch sehr vielfältig und nicht immer einfach ist. „Die Jugendlichen verändern sich“, weiß die Wittmunderin, die auch drei Jahre in einem Jugendzentrum in Wien gearbeitet hat. Nicht selten kommen die Mädchen und Jungen auch mit Problemen zu den beiden Einrichtungsleiterinnen.

„Abends nach Hause gehen und die Tür sowie die Probleme auf der Arbeit lassen, das geht bei uns nicht“, sagt Kahmann. Das Handy liegt immer bereit, denn die beiden sind mit den Jugendlichen auch in Whatsapp-Gruppen organisiert. „So sind wir immer auf dem Laufenden“, lacht die 28-Jährige. Wenn Mädchen oder Jungen Probleme haben, dann stehen die Frauen den Jugendlichen zur Seite, begleiten sie bei Behördengängen und kümmern sich. Und so ist das Jugendzentrum viel mehr als nur ein freiwilliges kommunales Angebot für die Nachmittagsbetreuung. „Wir sind wie eine große Familie“, unterstreicht Madelene Kahmann, die nach ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin und Erzieherin unbedingt in der Jugendarbeit tätig werden wollte.

Die Jugendlichen, die alt genug sind, werden von den beiden dabei unterstützt, die Jugendleitercard zu absolvieren. Denn so können die Jugendlichen selber im JuZ Kurse und Workshops anbieten und neue Ideen einbringen.

Auf Hilfe sind Alexandra Schmidt und Madelene Kahmann nämlich angewiesen. Neben ihnen gibt es nur eine dritte hauptamtliche Kraft: die junge Erzieherin Henrika Hartmann. „Wir erhalten aber auch viel Unterstützung von Ehrenamtlichen“, freuen sich die Frauen. So auch beim Ferienpass, an dem sich jährlich viele Vereine und Institutionen mit Angeboten beteiligen. Für den Sommer laufen die Planungen schon wieder. „Im letzten Jahr haben wir mit den Veranstaltungen 1420 Kinder und Jugendliche erreicht“, freut sich die Stadtjugendpflegerin, die das Ergebnis am liebsten toppen möchte.

Das Jugendzentrum ist so gut und wird akzeptiert, wie es sich darstellt. Und so möchten Schmidt und Kahmann die Besucher direkt da abholen, wo sie sind – in den Schulen. „Wir werden uns vermehrt jetzt auch auf die Arbeit in den Schulen konzentrieren“, erklärt Alexandra Schmidt, die dabei aber ihre organisatorischen Tätigkeiten nicht aus dem Auge verlieren darf. „60 Prozent meiner Arbeit ist im Büro, 40 Prozent mit den Jugendlichen“, sagt die Stadtjugendpflegerin.

Dabei versuchen die beiden, den Besuchern auch stets Neues im JuZ anzubieten. In diesen Wochen können sich die Jugendlichen auf die Teenie-Disco freuen, aber auch Pizza backen oder einen Kinoabend genießen. Auch Nachhilfe erhalten sie hier. Zudem gibt es einen Jugendraum in Burhafe. Leerhafe öffnet nach den Osterferien, und Buttforde sowie Ardorf werden folgen. Von Dienstag bis Freitag ist das JuZ täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet. „Das Jugendzentrum ist unsere kleine Welt“, sind sich Alexandra Schmidt und Madelene Kahmann einig. Täglich kommen zwischen 20 und 50 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren in die Einrichtung.

Weitere Infos unter www.juz-wittmund.de

Text: Anzeiger für Harlingerland