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Nationalpark-Haus Carolinensiel

Geballte Frauenpower für das Nationalpark-Haus

Das Haus ist ab dem 1. Februar wieder an drei Tagen in der Woche geöffnet 

An dieser geballten Frauenpower kommt so schnell keiner vorbei. Tylke Pastuschka, die am 1. September die Leitung des Nationalpark-Hauses in Carolinensiel übernommen hat, hat Unterstützung erhalten. Seit dem 2. Januar ist Vanessa Bartelt neu im Team. Die 31-Jährige wird sich im Schwerpunkt um den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und um das Marketing kümmern, zudem ist sie als stellvertretende Leiterin der Einrichtung angestellt. Verstärkt wird das Team durch Meike Teten, die als pädagogische Mitarbeiterin für das Nationalpark-Haus arbeitet, und durch Lara Gaßler, die seit September für ein Jahr ihr freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) in Carolinensiel leistet.

Gestern trafen sich die vier Frauen zu einer von vielen Dienstbesprechungen. „Wir müssen uns noch finden“, sagt Tylke Pastuschka und lacht. Denn es gilt nicht nur den Dienstplan zu besprechen, sondern auch jeden einzelnen nach seinen Fähigkeiten in die tägliche Arbeit des Nationalpark-Hauses einzubinden. Derzeit sind die Frauen dabei, die unteren Räumlichkeiten der Alten Pastorei, in dem sich das Nationalpark-Haus befindet, umzugestalten. „Wir haben auch ein Ostfriesensofa gekauft“, erklärt Vanessa Bartelt, denn in dem Bereich, in dem Tylke Pastuschkas Vorgängerin Christiane Janßen ihr Büro hatte, soll eine kleine Bibliothek entstehen, in der sich Leute einfach treffen und einen Klönsnack halten können. „Wir möchten Anlaufpunkt sein, für Touristen und Einheimische“, ergänzt Meike Teten.

Dabei verlieren die Frauen ihren eigentlichen Auftrag, den Menschen das Weltnaturerbe Nationalpark näherzubringen, nicht aus dem Auge. Ein umfangreiches Programm für die Saison wurde bereits erarbeitet. Dazu gehören die regelmäßigen Wattwanderungen, aber auch Seehundsfahrten oder vogelkundliche Exkursionen. „Zudem werden wird unter dem Motto Kutter und Pedal, Fahrten nach Wangerooge mit Führungen anbieten“, sagt Meike Teten. Jeden Mittwoch, von März bis September, kann jeder Interessierte um 16 Uhr sehen, wie die Tiere in dem großen Aquarium, das oben im Nationalpark-Haus steht, gefüttert werden. Das Thementier des Monates wird die umfangreiche Ausstellung abwechslungsreich ergänzen.

„Christiane hat dieses Haus mit viel Herzlichkeit geführt und so werden auch wir es zu unserer Herzensangelegenheit machen“, sagt Tylke Pastuschka.

Die drei Frauen, die bei der Stadt angestellt sind, teilen sich anderthalb Stellen. Somit hat jede einzelne eine halbe Stelle. „Das ist eine gute Konstellation“, freut sich Vanessa Bartelt, die selbst Kinder hat. Apropos Kinder, an dem bewährten Konzept mit dem Besuch der Carolinensieler Grundschüler im Nationalpark-Haus jeweils freitags wird sich nichts ändern. Im Gegenteil, die Frauen suchen noch Möglichkeiten und hoffen auf Fördertöpfe, um auch weitere Schulklassen aus dem Landkreis die Möglichkeit zu geben, den Nationalpark kennenzulernen. „Unser Wunsch wäre es, wenn jedes Kind einmal eine Wattwanderung mitgemacht hat“, sagt Meike Teten. Verstärkt rücken für das Team also auch die Einheimischen in den Fokus. „Nicht jeder weiß, was wir hier anbieten“, sagt Vanessa Bartelt, die derzeit dabei ist, Kontakte im Ort und in der Region zu knüpfen. So besuchte sie schon die Versammlung des Bade- und Verkehrsverein, und das Nationalpark-Haus wurde Mitglied im örtlichen Gewerbeverein. Auch auf der Vermieterversammlung waren die Frauen vertreten. „Die Anbieter von Ferienwohnungen müssen wissen, was wir hier zeigen und welchen Leistungskatalog wir haben“, sagt die 31-Jährige.

Ab dem 1. Februar wird das Nationalpark-Haus wieder geöffnet haben. Dann vorerst donnerstags, freitags und sonntags von 11 bis 16 Uhr. Die Saison und damit die täglichen Öffnungszeiten von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr beginnen Mitte März. Der Eintritt ist wie in den Jahren zuvor übrigens frei. Und obwohl sich in dieser Hinsicht das Deutsche Sielhafenmuseum, das einen Eintritt erhebt, von der Einrichtung unterscheidet, soll es über kurz oder lang einen gemeinsamen Zutritt zu der Alten Pastorei geben.

„Wir haben schon einen Versuch gestartet und wollen es über Fasching noch einmal ausprobieren, aber das ist möglich“, erklärt Tylke Pastuschka. Ohnehin wollen die beiden Häuser ihre Kräfte bündeln. „Kultur und Natur sind doch gerade hier an der Küste untrennbar“, sagt Meike Teten.

Text: Anzeiger für Harlingerland

 

von links: Tylke Pastuschka, Lara Gaßler, Meike Teten und Vanessa Bartelt