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Neujahrsempfang 2018

Neujahrsempfang 2018

Bürgermeister Claußen resümiert das Erreichte und blickt auf die Herausforderungen der Stadt

„Wenn das alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs Neue. Und war es schlecht, dann erst recht.“ Diese Worte von Albert Einstein stellte Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen am 07.01.2018 beim Neujahrsempfang in der Stadthalle, zu dem 400 Bürger gekommen waren, in den Fokus unter dem Motto „Alles neu“.

„Was wir im neuen Jahr brauchen ist ein gutes Stück Optimismus und Zuversicht“, schwor Claußen die Bürger, aber auch seine Stadtratsmitglieder auf die Herausforderungen ein. So ging der Verwaltungschef erneut auf die nicht verabschiedete Straßenausbaubeitragssatzung ein, die keine politische Mehrheit gefunden hatte. Befahre man den Alten Postweg, so Claußen, dann werde einem angst und bange. „Wir werden dieses Problem nicht los und müssen zeitnah eine tragfähige Lösung finden“, unterstrich der Bürgermeister. Insgesamt fiel Claußens Resümee des abgelaufenen Jahres aber durchweg positiv aus. „Es war ein wirklich gutes Jahr.“ Die Stadt stehe finanziell auf einem soliden Fundament und könne erneut ihre Schulden reduzieren. Der Fremdenverkehrsbeitrag wird gesenkt und die Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH sei weiter auf der Erfolgsspur.

Im Bereich Bürgerservice hat die Stadt in 2017 ihr Angebot erweitert und mit dem Umbau eines Teils des Rathauses die Chance genutzt, bürgerfreundliche Öffnungszeiten einzurichten sowie das Stadtmarketing mit Amke Behrends neu aufzustellen. Durch den Stadtratsbeschluss wird es zudem möglich, dass die Kommune in diesem Jahr neues Bauland ausweisen und als Erschließungsträger auftreten wird.

Einen Bogen schlug Claußen in den Bereich der Wirtschaft. So lobte er die Organisatoren der Gewerbeschau im Mai vergangenen Jahres und das breite Angebot der heimischen Wirtschaft.

Claußen zeigte sich zuversichtlich, dass die brachliegende Toom-Fläche noch in diesem Jahr mit neuem Einzelhandel bebaut wird, „im Einklang mit innenstadtrelevanten Sortimenten und dem Ziel, die Kaufkraft in Wittmund zu binden.“ Dafür spreche auch die Planung des Lidl-Konzerns, der neu in der Innenstadt bauen wird. Die Post und der Laden von Familie Nagel werde dann in das Geschäft von Gröttrup in die Norder Straße ziehen. „Gerade in der globalisierten Welt ist es notwendig, unsere regionale Wirtschaftskraft zu stärken und weiterzuentwickeln und so ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen und sich der Online-Präsenz nicht zu verschließen“, appellierte Claußen, der besonders Alt-Verlegerin Elisabeth Allmers, als Begründerin des Wirtschaftsförderkreises begrüßte.

Eine besondere Begrüßung erfuhr auch die Abordnung der Partnergemeinde Barleben. Bürgermeister Franz-Ullrich Keindorff ließ es sich erneut nicht nehmen, an dem Empfang, der musikalisch begleitet wurde vom Spielmannszug des Schützenvereins Wittmund und der Harle Big Band, teilzunehmen. „20 Jahre besteht nun diese Partnerschaft, die bereits 2010 von der Gesellschaft für Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen als eine von fünf bespielhaften deutsch-deutschen Partnerschaften vorgestellt wurde. Die tiefe Verbundenheit zwischen Stadt und Geschwader möchte Claußen in diesem Jahr dem neuen Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“, Kai Olemacher, deutlich machen. „Wir als Bürger der Garnisonsstadt werden sie unterstützen“, so Claußen, der auf ein Richthofen-Treffen am 21. April zum 100. Todestages von Rittmeister Manfred von Richthofen hinwies.

„Wir müssen den Blick nach vorne richten und das, was wir uns vorgenommen haben, beherzt anpacken. Ich bitte aber darum, die Balance zwischen Machbarem und Wünschenswertem zu finden“, appellierte Rolf Claußen.

Nach den ernsten wirtschaftlichen und politischen Themen wurde es kurzweilig, bedankte sich doch Silverio de Luca in seiner ganze eigenen Art und Weise für die ihm verliehene Christoffel-van-Brants-Medaille.

„Leev Lü, als ich vor 45 Jahren nach Wittmund kam, hatte ich Stiefel mit einer großen Schnalle, einen Mantel aus Schaffell, ein Holzkreuz um den Hals und eine große Sonnenbrille auf der Nase. Die Leute dachten nur oh Gott, aber einer sah mich als Messias“, erzählte Rio mit einem Augenzwinkern. „Er wurde anfangs kritisch betrachtet. Heute liebt Rio Wittmund, lebt für Wittmund und gehört untrennbar zu Wittmund“, unterstrich Rolf Claußen. Und der Wittmunder Discjockey, der die Diskothek „Dr.Jack“ immer noch selbst führt, sagte: „Mit einer Gitarre und einer Flasche Whisky kann man es in Wittmund nach 45 Jahren zur Verleihung der Medaille schaffen, danke euch.“

Text: Anzeiger für Harlingerland