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KGS wird Partnerschule von Hannover 96

KGS Wittmund nördlichste 96-Partnerschule

Gestern offizieller Starttermin / Fußball-Bundesligist lädt 96 Schüler zum Spiel gegen amtierenden Deutschen Meister ein

Schulleitung, Verein und Stadt setzen auf eine nachhaltige Zusammenarbeit. Trainingseinheit mit Schülern des fünften Jahrgangs.

Die Alexander-von-Humboldt-Schule ist seit gestern Vormittag ganz offiziell die 61. Partnerschule des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Jürgen Holletzek, Leiter der 96-Fußballschule, und Thomas Wingenfeld, bei 96 unter anderem zuständig für die Schulpartnerschaften, überreichten der Schulleitung auf dem Schulsportplatz die entsprechende Partnerschaftsurkunde. Die Tatsache, dass auch die Stadt Wittmund bereits Partner des Vereins ist, unterstreiche, dass diese Kooperation des Vereins mit der Kreisstadt auf Nachhaltigkeit setzt, betonte Bürgermeister Rolf Claußen. Man stehe am Anfang einer langen Partnerschaft, sagte Thomas Wingenfeld. Der Verein möchte mit diesem Engagement seiner gesellschaftlichen Vorbildfunktion gerecht werden und unter anderem Themen wie Integration, gesunde Ernährung sowie Sucht- und Gewaltprävention in enger Zusammenarbeit mit den Partnerschulen anbieten.

Natürlich kommt dabei aber auch der Fußballsport nicht zu kurz. Und so nutzte Fußball-Lehrer Holletzek seinen Besuch gestern, um eine weitere Trainingseinheit mit den jüngsten KGS-Schülern einzulegen. Dass 96 damit punktet, war auch gestern offensichtlich: So viele Schüler wollten teilnehmen, dass schließlich das Los entscheiden musste. Der gesamte Jahrgang war allerdings dabei, als die 96-Vertreter neben der Partnerschaftsurkunde Fanartikel überreichten, mit denen die KGS eine 96-Fanecke einrichten kann. Zudem schenkte der Verein der KGS 96 Eintrittskarten für das Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister VfL Wolfsburg. Beide Teams treffen in der Rückrunde am 24. Spieltag Ende Februar 2010 in der AWD-Arena aufeinander. KGS-Schulleiter Uwe Brauns freut sich über das Engagement des Vereins. Seine spontane Umfrage unter den Fünftklässlern zeigte, dass Hannover 96 den Schülern ein Begriff ist – allen voran Robert Enke, 96-Kapitän und Torhüter der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Brauns erwähnte, dass sich seitens der Schule Sport-Fachbereichsleiterin Anja Tietjen sehr für die gemeinsame Sache eingesetzt habe.

Tietjen wiederum erwähnte, dass die Initialzündung im Herbst 2007 von dem KGS-Schüler und 96-Fan Christoph Heimann ausgegangen sei. Der 17-Jährige hatte an seinem 16. Geburtstag festgestellt, dass alle in Wittmund ausgestellten Personalausweise mit der Ordnungskennzahl 1896 beginnen – dem Gründungsjahr des Bundesligisten. Diese zufällige Übereinstimmung war die Basis für die Verbindung von Verein, Stadt und Schule. „Die KGS Wittmund ist unsere nördlichste Partnerschule“, betonte Thomas Wingenfeld. Hatte sich der Verein bislang eher auf den Großraum Region Hannover konzentriert, zeigt er nunmehr auch im Nordwesten deutlich Flagge. Womöglich schon in diesem Jahr wird der Club sein Ziel – insgesamt 96 Partnerschulen zu begleiten – erreichen. Die KGS hat gute Chancen, nördlichste Schule zu bleiben.

Dass Wittmund eher „eine Hochburg“ von Werder Bremen ist, hatte selbst 96-Präsident Martin Kind im vergangenen Jahr in einem Fernseh-Interview eingeräumt. Aber – und dies wurde gestern auf dem KGS-Sportplatz sehr deutlich – das eine schließt das andere nicht aus: Ob in 96-, Werder-, Bayern-, Dortmund- oder einem anderen Trikot – sobald der Ball im Spiel ist, verbindet der Fußball. Mit seinem Konzept „96 macht Schule“ ermöglicht es der Bundesligist darüber hinaus, dass fußballbegeisterte Wittmunder Schüler hinter die Kulissen eines Profivereins schauen können, dass sie zu Schüler-Pressekonferenzen eingeladen werden und hier sowie eventuell in Zukunft auch bei anderen Gelegenheiten Fußball-Profis treffen können.

Text: Anzeiger für Harlingerland

Vertreter von Hannover 96, der KGS Wittmund und Bürgermeister Claußen