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28.01.2014 - Quartiersentwicklung Wittmund

Innenstadtentwicklung Wittmund

Nicht immer nur die Vergangenheit betrauern - Claußen will Blick nach vorne richten

Die Stadtentwicklung, so Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, sei kein Thema, das jetzt erst auf den Plan gekommen ist. „Sie beschäftigt uns schon seit Jahren“, so der Verwaltungschef, der damit auch auf die vielen Anregungen der Bürger, die über den Anzeiger für Harlingerland  in die Öffentlichkeit gekommen sind, reagiert.

Man habe schon vor Jahren die Grundlagen für eine neue Entwicklung der Innenstadt gelegt. Dazu zählt der Bürgermeister die Neubauten am Markt, aber auch die Wohnhäuser in der Bismarck- und Mühlenstraße sowie den Abriss des Bahnhofshotels mit Neubau und die Neuanlegung des Parkplatzes am Bahnhof selbst. „Das ist kein Prozess, der sich mal eben schnell verwirklichen lässt“, sagt Rolf Claußen. Auch künftige Projekte wie der Neubau der Kantorenschule in der Norderstraße, aber auch die Altenwohnungen von Einsiedel und Partner an der Osterstraße und der geplante Neubau von Wohnungen mit Geschäftsräumen, das Herbert Hildebrand und Lothar Garlichs in Angriff nehmen wollen, prägen das künftige Bild der Stadt.

„Wir machen das nicht, um unsere Stadt totzureden, sondern um der Realität ins Auge zu blicken“, sagt Claußen, der vor drei Wochen alle Bürger zu einer Informationsveranstaltung zur Zukunft Wittmunds eingeladen hatte. Bislang hätten sich schon viele Interessierte bei der Verwaltung gemeldet, die nicht nur an der Quartiersentwicklung aktiv mitarbeiten wollten, sondern auch dort viele Verbesserungsvorschläge gemacht haben. „Fragen wir die Bürger nicht, fühlen sie sich übergangen, fragen wir sie, heißt es schnell, die Verwaltung wüsste nicht weiter“, reagiert Claußen auf Kritik aus Reihen der Wittmunder.

Ziel sei es, gemeinsam ein Konzept zu erstellen und die Situation zu verbessern. Dabei dürften aber auch nicht die Wünsche der Geschäftsinhaber selbst außer Acht gelassen werden. Als Beispiel nennt Rolf Claußen Deichmann. Das Schuhgeschäft ist nach einem Feuer über dem ehemaligen Laden an der Esenser Straße in die Innenstadt umgezogen. „Deichmann möchte in Wittmund bleiben, aber auf Dauer geht das in der Fußgängerzonen nicht“, sagt der Bürgermeister. Die Zulieferung sei hier erschwert und die Verkaufsfläche für den Filialisten zu klein.

Die Stadt selber würde in allen Dingen unterstützen, aber Geld kann und will sie nicht in die Hand nehmen. „Es liegt an den Immobilienbesitzern selbst, für gute Ausgangsmöglichkeiten, sei es für Wohn- oder Geschäftsraum, zu sorgen“, so Claußen. Christian Menssen, der allein für alle Fragen der Fördermittel und Gewerbeansiedlung bei der Stadt beschäftigt ist, kümmert sich auch um entsprechende Anträge.

„Die Entwicklung der Kernstadt wird in diesem Jahr Fahrt aufnehmen“, verspricht Claußen. Kleine Dinge, wie ein kaputter Schirmständer oder die verrostete Abgrenzung eines Gastronomiebetriebes in der Fußgängerzone sollen so schnell wie möglich abgearbeitet werden. „Dafür wird das Ordnungsamt verantwortlich zeichnen“, so Claußen.

Ideen der Bürger, zum Beispiel den Wochenmarkt in die Fußgängerzone zu legen, sollen konkret besprochen werden. „Das Stadtmarketing wird die Gespräche mit den Marktbeschickern aufnehmen“, so Claußen, der diese Idee auch als positiv bewertet. Bislang sei die Verlegung des Marktes an den Händlern selbst gescheitert, die den Marktplatz am Montag und Donnerstag als ideale Fläche zu schätzen wüssten.

Beteiligte sollen jetzt an einen Tisch geholt, damit Konzepte gemeinsam entwickelt werden.

Text: Anzeiger für Harlingerland