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23.12.2015 - Einweihung des Radweges in Rispel

Radweg ist ein Glücksfall

Einweihung des Weges an der L 12

Großen Bahnhof gab es am Montag in Rispel, galt es doch, den Radweg entlang der Landesstraße 12 zwischen Rispelerhelmt und Rispel endlich seiner Bestimmung zu übergeben. Verkehrsminister Olaf Lies war extra zum Ortstermin, verbunden mit einem Fest, an dem 130 Besucher teilnahmen, gekommen, um den Radweg einzuweihen.

Das Land Niedersachsen investierte 1,1 Millionen Euro in den Radwegbau, der nur sechs Monate gedauert hat. Dafür aber war die Phase, in der die Anwohner auf den Radweg gewartet und immer wieder die Wichtigkeit unterstrichen hatten, lang – erste Forderungen nach dem Radweg gab es vor 15 Jahren. „Bisher mussten sich Radfahrer, Autos, Lastwagen und Landmaschinen die Straße teilen. Das führte zu Engpässen und teilweise auch zu gefährlichen Situationen. Der neue, zwei Meter breite und 5,2 Kilometer lange Radweg sorgt für mehr Sicherheit, Komfort und besseren Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmer auf der L 12“, sagte Lies gestern. Als „Glücksfall“ bezeichnete Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen den Radweg. Denn, nachdem der ehemalige Verkehrsminister Jörg Bode bereits 2012 den Bau zugesagt hatte, hielt auch die neu gewählte Landesregierung diesen Plan ein.

Dass der neue Radweg entlang der L 12 in Rispel den Anwohnern eine Herzensangelegenheit war, davon konnte sich jeder am Montag zur Einweihungsfeier überzeugen. Die Nachbarschaften hatten den Weg auf einer Länge von 5,2 Kilometern mit mehreren Bögen und Girlanden geschmückt. Und auch die Feier, für die Hannelore und Gerd Focken ihre gemütliche Scheune zur Verfügung stellten, ließ keine Wünsche offen.

Die Gäste, darunter Verkehrsminister Olaf Lies, die Ortsvorsteher von Wiesedermeer und Leerhafe, Klaus Zimmermann und Günther Theesfeld, Friedeburgs Bürgermeister Helfried Goetz, Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen, der stellvertretende Landrat Klaus Wilbers, Landtagsabgeordneter Holger Heymann, die Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer, Landtagspräsident a. D. Hermann Dinkla, Stephan Zwerg von der Polizei und Frank Buchholz von der Landesbehörde für Straßenbau, aber auch die 130 Einwohner, wurden für die zwei Stunden andauernde Feierlichkeit beköstigt.

Ein musikalisches Dankeschön sangen die Kinder der Leerhafer Grundschule eingangs. Mit Weihnachtsliedern stimmten sie die Anwesenden ein. „Der Radweg ist ein Weihnachtsgeschenk. Und er ist beispielgebend für das Miteinander hier im Ort“, lobte Claußen. Er dankte neben der Projektbegleiterin Alida Menssen von der Stadt vor allem auch Annette Habben als Sprecherin der Bürgerinitiative, die auf sachlicher Basis immer wieder auf die Wichtigkeit des Radweges hingewiesen habe. Zudem stehe der Radweg für eine weitere Verbindung, nämlich die zwischen der Gemeinde Friedeburg und der Stadt Wittmund. Ein Fünftel liegt auf Friedeburgs Seite.

Ein Fünftel der Redezeit von Claußen, lachte Bürgermeister Helfried Goetz werde er für seine Worte auch nur nutzen. Die Bauausführende Firma Koch habe gute Arbeit geleistet. Zudem werde mit dem Radweg die Strecke auch touristisch attraktiviert, „Wi sünd all blied vandag“, sagte Goetz, der seine Rede auf Plattdeutsch hielt.

„Radfahren macht Spaß. Die Bedeutung des Radverkehrs hat für den Alltagsverkehr und den touristisch geprägten Freizeitverkehr in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Deswegen freue ich mich, dass es uns in diesem Jahr gelungen ist, den Radwegeausbau entlang der Landesstraßen ein großes Stück voranzutreiben. Noch sind nicht alle Radweglücken in unserem Land geschlossen. Deswegen arbeiten wir auch in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten intensiv an einem Ausbau des Radwegenetzes in Niedersachsen“, so Verkehrsminister Olaf Lies. Er betonte, dass man nie vergessen solle, wo man herkommt. „Auch hier bei uns in der Region gibt es viele Projekte, die es Wert sind, vom Land gefördert zu werden“, so der Minister.

Nachdem Günther Theesfeld mit den Jagdhornbläsern für Abwechslung gesorgt hatte, ließ er die Geschichte der Planungen, die immerhin 15 Jahre gedauert hatten, Revue passieren. Auch er dankte allen am Radweg Beteiligten und den Grundstückseigentümern, die ihre Flächen für „einen der schönsten Wege im Harlingerland zur Verfügung gestellt hatten“. „Wir haben den Radweg in einer Rekordzeit gebaut. Ich wünsche Ihnen nun immer viel Freude damit“, so Frank Buchholz, Leiter der Niedersächsischen Straßenbaubehörde, Geschäftsbereich Aurich.

Text: Anzeiger für Harlingerland